Die Wunderkinder entwickeln und realisieren individuelle Kommunikations-Lösungen
für die Bereiche Tourismus, Handel, Maritime Wirtschaft, Technik & IT, Messekommunikation und Health.
 
 

AIDA Entertainment - eine Reportage von Wunderkind

Der Entertainment-Tag bei AIDA hat 46 Stunden!  - Im Hamburger Vergnügungsviertel Sankt Pauli, direkt an der Großen Freiheit, steht seit vergangenem Jahr die neue Zentrale des Show-Weltmeisters der Weltmeere: das neue AIDA Entertainment Haus. Wunderkind blickte für eine Reportage hinter die Kulissen.

Im Hamburger Vergnügungsviertel Sankt Pauli, direkt an der Großen Freiheit, steht seit vergangenem Jahr die neue Zentrale des Show-Weltmeisters der Weltmeere: das neue AIDA Entertainment Haus. Auf sieben Etagen mit insgesamt 4.360 Quadratmeter Fläche laufen alle Fäden des gesamten Unterhaltungsprogramms der AIDA Flotte zusammen. Hier werden nicht nur neue Unterhaltungsformate entwickelt, sondern auf vier Probebühnen auch gleich einstudiert. Auch die fantastischen Kostüme werden nicht nur hier entworfen, sondern auch gleich geschneidert. Zudem ist das AIDA Entertainment Haus, das am 11. Dezember 2013 eröffnet wurde, ein riesiger Fundus – von der falschen Wimper über bunte Jonglierbälle bis zum silbernen Piratensäbel ist hier alles vorrätig und geht bei Bedarf auf große Fahrt.

DivAria, Dreams, AIDA Stars, Siegfried, Bis in alle Sterne, Dancing Queen, All shook up!, In the Air Tonight, He@rt oder Mondän – klangvolle Namen für teilweise schon legendäre Programme der AIDA-Flotte. Wer mit den Kussmund-Schiffen in See sticht, kann sich auf spektakuläre Unterhaltung freuen. Mit aktuell 83 Showformaten bietet AIDA eines der größten und vielseitigsten Entertainmentprogramme auf den Weltmeeren. Nicht weniger als 17 neue Shows feierten allein im vergangenen Jahr an Bord der zehn AIDA Schiffe glanzvolle, seefeste Premieren – keine einzige ging unter. Denn den AIDA-Entertainern ist klar: Nur mit einer perfekten Vorbereitung an Land gelingt der Ritt auf der Erfolgswelle.

Europas größter Live-Unterhalter

„AIDA ist Weltmeister im Bereich Entertainment auf den Weltmeeren“, erklärt Borris Brandt, der seit 1. September 2011 Geschäftsführer von AIDA Entertainment in Hamburg ist. „Keiner bietet seinen Gästen mehr Abwechslung, mehr Programm, mehr Freude.“ Der Sohn des Schauspielers Volker Brandt, der einst als Programmdirekter von ProSieben unter anderem Stefan Raab mit TV total auf Sendung schickte, ist nun Chef des größten Bühnenshow-Produzenten jenseits von Las Vegas: „Kein Unternehmen in Europa produziert mehr Live-Unterhaltung am Tag als wir. 2.760 Minuten oder 46 Stunden am Tag. Über 800 Kollegen an Bord sorgen Tag für Tag und Abend für Abend für beste Unterhaltung. 18.000 Menschen besuchen jeden Abend durchschnittlich 1,5 Shows an Bord unserer 10 Schiffe. Und das alles entwickeln wir hier in Hamburg mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Vielfalt“, so Brandt.

Hamburg School of Entertainment

Die Abteilung Entertainment des Rostocker Unternehmens AIDA befindet sich nicht erst seit Eröffnung des Entertainment Hauses in Hamburg, sondern bereits seit 2001. Der ursprüngliche Standort in der Seilerstraße, ebenfalls auf Sankt Pauli, wird parallel zum neuen Entertainment Haus weitergenutzt – nicht zuletzt, weil sich dort die Hamburg School of Entertainment (HSE) befindet, deren Träger AIDA ist und deren Geschäftsführer AIDA-Präsident Michael Ungerer sowie Borris Brandt. Die Schule im Zentrum der deutschen Theaterszene bietet jedes Jahr 18 Talenten als staatlich anerkannte Berufsfachschule eine dreijährige, praxisorientierte Musicalausbildung an, die mit anspruchsvollem Unterricht in Gesang, Tanz und Schauspiel optimal auf eine Bühnenkarriere vorbereitet – in Kooperation mit AIDA Cruises und dem Unternehmen SeeLive sowie mit den Theatern Schmidt und Schmidts Tivoli. Kiez-Original Corny Littmann vom Schmidts Tivoli Theater ist zudem bis heute als Berater eng mit AIDA Entertainment verbunden.

Ein typisches Beispiel für eine Karriere nach Absolvierung der HSE ist Jacqueline Batzlaff. Unter anderem war sie 2009 Solistin und Ensemble-Mitglied in der HSE-Präsentation „Was für ein Theater“ im Schmidt Theater und 2010 Dance Captain & Sängerin der Musical-Gala „Sound of Music“ im K-Nal, einem der wichtigsten Nachtklubs von Brüssel, bevor sie ab Herbst 2011 mit der AIDAcara als Sängerin & Tänzerin in See stach.

Hamburg, das Tor zur Entertainment-Welt

„Die AIDA-Heimat Rostock ist eine tolle Stadt“, sagt Claudius Dietzel, musikalischer Leiter im Entertainment Haus. „Aber wenn wir unsere weltweiten Castings auf der Suche nach neuen Top-Talenten durchführen, dann ist Hamburg als weltweit anerkannter Theater- und Musical-Standort einfach das bessere Argument, um diese Talente nach Deutschland einzuladen. Wir profitieren hier von der unmittelbaren Nachbarschaft zu renommierten Theatern, die den Praxisbezug unserer Ausbildung gewährleisten und den Einstieg ins Berufsleben oft auch dann ermöglichen, wenn ein Engagement auf einem AIDA-Schiff aktuell nicht möglich oder aus privaten Gründen nicht gewünscht ist.“ Und Boris Häusler, Manager der Kostümproduktion, ergänzt: „Die halbe Truppe bei ‚Rocky‘ – das neue Erfolgs-Musical hier in Hamburg, das im November 2012 im TUI Operettenhaus Premiere feierte – hat AIDA-Hintergrund.“

Entertainer als Teil der Crew

Wenn Jacqueline Batzlaff bereits an Land Dance Captain war – müssen dann die Künstler für eine Karriere auf einem AIDA-Schiff besondere nautische Fähigkeiten mitbringen? „Das kommt darauf an, wie stark der Seegang ist“, antwortet lächelnd Laris Gec, der Chef-Choreograph des Entertainment Hauses. „AIDA-Schiffe liegen zwar stabil im Wasser, aber es kommt auch vor, dass der Seegang zu spüren ist – und dann kann es beim Tanzen, wo es auf höchste Präzision ankommt, schon mal schwierig werden. Kein Risiko gehen wir bei kabbeliger See mit unseren Artisten ein. Viele von ihnen kommen zwar direkt von der Kiewer Zirkusschule und sind Profis von Weltformat, aber die Gefahr, auf einem schwankenden Schiff einmal daneben zu greifen, ist einfach zu groß – auch wenn die Artisten natürlich gesichert sind.“ Die erwähnte kabbelige See führt direkt zur nächsten Frage: Müssen die Entertainer an Bord im Notfall auch Aufgaben übernehmen? So wie jeder Schiffskoch und jeder Kabinensteward auch? „Selbstverständlich“, sagt Gec. „Alle Künstler an Bord sind auch Teil der Crew und übernehmen entsprechend auch Verantwortung – es kommt sogar vor, dass wir besondere Fähigkeiten, beispielsweise die eines muskelbepackten Artisten, beim Einsatzplan berücksichtigen.“


Theatrium mit Blick auf den Michel

Den höchst unwahrscheinlichen Ernstfall trainieren die muskelbepackten Artisten wie jedes Crew-Mitglied immer wieder an Bord, im Entertainment Haus nutzen sie jedoch den ganzen Platz der zehn Meter hohe Artisten-Probebühne aus, um ihre atemberaubenden Kunststücke zu üben – hinter einer riesigen Glaswand, die den Blick auf die Große Freiheit und den Michel freigibt. Und in der Dämmerung sowie in den Abendstunden, wenn die Bühnen-Beleuchtung das getönte Glas auch für den Blick von außen durchlässig macht, können die Sankt Pauli Flaneure bereits kleine Ausschnitte davon sehen, was oft erst viele Monate später Premiere auf See feiert. Die Probebühne, die den Maßen der Bühne des Theatriums in den Schiffen der Sphinx-Klasse wie AIDAstella oder AIDAmar entspricht und auch schon – bislang geheime! – Vorrichtungen enthält, die erst auf der AIDAprima zum Einsatz kommen, wirft die Frage auf, warum das Entertainment Haus nicht direkt als Theater konzipiert wurde? Wer auf See täglich 46 Stunden Live-Unterhaltung auf die Bühne bringt, sollte doch auch noch zwei Stunden an Land schaffen? „Das hätte aber eine ganz andere Infrastruktur erfordert“, erklärt Häusler. „Dafür bräuchten wir viel mehr Platz. Bereits jetzt sind die Kapazitäten schon ganz gut ausgelastet – und wenn nächstes Jahr die AIDAprima in Dienst gestellt ist und in zwei Jahren ihre Schwester, dann wird es hier zunehmend enger.“

Dressed to thrill

Jede Show, wie clever ihr Drehbuch auch ist, bekommt den letzten Thrill erst durch die Kostüme, den Look der Darsteller. Von den rund 100 Mitarbeitern, die im Entertainment Haus tätig sind, ist ein Großteil mit dem Erscheinungsbild der Entertainer beschäftigt. Neben Boris Häusler, dem Manager der Kostümproduktion, ist vor allem Dirk Zilken als Kostümdesign-Manager im Entertainment Haus dafür verantwortlich, dass alles schick ist. „Unsere Abteilung ist in zwei Bereiche aufgeteilt“, erklärt Zilken. „Auf der einen Seite haben wir den Kreativ-Bereich mit Entwicklung und Design, in dem wir Konzepte ausarbeiten und Entwürfe für die einzelnen Shows erstellen. Und auf der anderen Seite haben wir den Bereich Produktion und Operation, in der unsere Dressmaker die Showkostüme anfertigen – von der Kleinserie bis hin zu Individualteilen für die bis zu 20-köpfigen Show-Ensembles – und unsere Dresser übernehmen die Vorbereitung, Pflege und Reparaturen der Kostüme und Accessoires sowie die Verwaltung des gesamten Kostümfundus. Dazu gehört an Bord dann auch die Unterstützung der Darsteller beim Schminken und Frisieren sowie die Betreuung der Shows und nicht zuletzt auch die Pflege der Perücken.“ Häusler macht als Textilingenieur noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam: „Unsere Kostüme müssen ganz besonderen Ansprüchen standhalten und deshalb clever konzipiert und von hervorragender Haltbarkeit sein – schließlich kann man auf See nicht immer einfach Ersatz beschaffen. Bevor ich zu AIDA kam, war ich bei einem bekannten Sportartikel-Hersteller – ich kann sagen, dass die Qualität, die wir hier produzieren, locker mithalten kann.“ Und Zilken ergänzt: „Wir versuchen halt – gerade in unserem Bereich – eine gute Mischung hinzubekommen zwischen Kreativität und Effektivität.“ Dieser Versuch scheint im ganzen Entertainment Haus gelungen zu sein.